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Verbotener Tanz

January 17, 2018

Tänzerinnen sind leichte Mädchen …. und auch mit den Musikern ist es nicht weit her; das weiß man ja.

 

Diese Denkweise ist in Ägypten nun mal Realität – ein Sachverhalt, den wir im Westen gerne leugnen und nicht wahr haben wollen. Es gibt so eine Art “Kastensystem” - die gebildete Mittelklasse und die oberen Schichten wollen mit der Klasse der Künstler nichts zu tun haben – übrigens auch nicht mit anderen niedereren Klassen der Bevölkerung – denn das ziemt sich nicht.

 

Nichts desto trotz haben Musik und Tanz in Ägypten bei Anlässen wie Geburtstagsfeiern, Hochzeiten usw. einen sehr hohen Stellenwert und sind dort nicht wegzudenken. Ein Fest ohne Musik oder ohne Tanz ist kein “richtiges” Fest. Musik und Tanz bringen gute Laune, machen tolle Stimmung und lassen die Menschen ihre kleinen oder großen Alltagssorgen für einen Moment vergessen.

Tänzerin und Musiker sind in diesem Fall zuständig, für die Unterhaltung zu sorgen, gehören aber im sozialen Kontext nicht auf die Beziehungsebene. Das muss man in Ägypten strikt unterscheiden. Ein Mitglied einer respektablen, ehrbaren, gebildeten Familie sollte sich nicht mit Künstlern abgeben (schon gar nicht näher) – egal ob es nun “nur” Musiker sind – oder gar noch schlimmer – womöglich eine Tänzerin. Stellt euch vor, ein Mann aus einer angesehenen Familie würde in Begleitung von Musikern/Tänzern erwischt von einem Verwandten oder Freund der Familie; das würde Riesenärger geben mit dem Vater und dem Rest der Familie, da er durch sein Verhalten das Ansehen der gesamten Familie in Gefahr bringen könnte.

Dasselbe Gebot gilt übrigens auch für jene “schummrigen” Kaschemmen, wo sich nur Männer aufhalten, um sich am Anblick der Tänzerin zu ergötzen... um es mal netter zu umschreiben.

 

 

Ich erzähle auch eine wahre Geschichte aus Oberägypten, die sich vor einigen Jahren ereignet hat – als die Mazin Schwestern (Banat Mazin – Ghawazee) noch öffentliche Auftritte hatten.

Eines Abends gab es ein Fest in Luxor, mit Musik und Tanz, und ein junger Mann aus einer angesehen Familie hörte davon und wollte sich das ansehen – heimlich natürlich. Als er dann spät abends wieder nach Hause kam, hatte sein Vater bereits von seinem kleinen “Ausflug” Wind bekommen und auf ihn gewartet. Er war so verärgert auf den jungen Mann, der mit seinem unverantwortlichen Handeln den guten Ruf der Familie aufs Spiel gesetzt hatte und nicht nur das – auch eventuell die Möglichkeit verspielt hat, später mal eine ehrbare Frau zu finden... denn in einem Dorf dauert es keinen halben Tag und alle wissen Bescheid. Da bleibt nichts verborgen!

Also beschloss er, seinem Sohn eine unvergessliche Lektion zu erteilen. Zur Strafe hat er ihn an Händen und Beinen gefesselt und an die Decke gehängt, wo er ihn eine Nacht lang baumeln ließ....

Ende der Geschichte.

 

Als mein Mann mir diese Geschichte erzählt hat, musste ich laut loslachen. Erstens, da ich Khyriyya Mazin ja persönlich kenne und die Geschichte dadurch eine ganz andere emotionale Bindung bekommt und zweitens, weil ich über diesen Teil der Kultur zwar Bescheid wusste, aber wenn man dann Geschichten erfährt, die wirklich vorgefallen sind, dann bekommt das alles einen ganz anderen Zusammenhang.

Das theoretisch gelernte Wissen mit reellen Erzählungen und dem realen Leben verbinden zu können – das ist die Kirsche auf der Sahnetorte – auch den Tanz selbst betreffend! Das könnt ihr mir glauben.

 

Stellt euch vor, der Tanz wäre ein Haus..... die reine Tanztechnik, das theoretische Lernen von Tanzstilen, der Geschichte ect. oder die Teilnahme an Workshops oder Festivals sind die reinen Außenmauern des Hauses.

Aber wenn wir das Haus nicht füllen mit Trennmauern, Decken und Böden und daraufhin mit Möbeln und Deko-Artikeln dann bleibt es ein leerer Raum, ohne Persönlichkeit, ohne Wärme und Ausstrahlung.

Und genau so ist es beim orientalischen Tanz – eine noch so (scheinbar) perfekte Technik ist nichts ohne reales greifbares Hintergrundwissen – ohne jemals mit eigenen Augen die Traditionen gesehen und emotional miterlebt und die ägyptische Kultur, die Wärme und Lebensfreude der Menschen gespürt zu haben. Denn der ägyptische Tanz ist daraus entstanden und entwickelt sich daraus weiter.

Seid neugierig und traut euch einen Schritt weiter! Ich will es nicht mehr missen! Kommt mich in Luxor besuchen und ich zeige euch “mein Ägypten” und seinen Tanz.

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